Das Warten hat ein Ende: Pure Trance is Back!

Großbritanniens Andy Moor ist nun bereits seit über einem Jahrzehnt eine feste Größe in der Trance-Szene, doch erst kürzlich veröffentlichte er mit Armada Records sein erstes Album. Mit Zero Point One malt er über 18 Stücke hinweg eine dichte Schall-Landschaft, die eine entschieden progressive Stimmung vermittelt.

Es ist daher interessant, dass er sich in der letzten Ausgabe des DJ Magazins explizit auf die Seite der „reinen Trance-Fans“ stellte, die in der letzten Zeit ein wenig zu kurz gekommen sind, ist im vergangenen Jahr doch der Einfluss von Progressive, Techno und insbesondere House immer stärker geworden.

Es wäre schön, wenn in Trance-Tracks wieder ein bisschen mehr:

  • Tiefgang

  • Seele

  • Melodie

  • und Gefühl

zu hören wäre, sagte Moor dem DJ. Moor gestand ein, dass aktuell von schnellen Beats getriebenes Material mehr Beachtung findet – ein Trend, an dem er selbst nicht ganz unschuldig ist. In DJs-Sets kommt dies ohne Frage hervorragend an, aber der Trend scheint an seine Grenzen zu stoßen, denn noch schneller im Bezug aufs Tempo geht es kaum. Viele DJs passen sich an und erkennen zudem, dass viele Nachtclubgänger glücklicher sind, wenn das Tempo wieder ein bisschen gedrosselt wird.

Mehr für die breite Masse

Der rockige Club-Sound trifft mehr den Geschmack der breiten Masse; der traditionelle, emotionale Trance spricht oft nur die reinen Trance-Fans an. Und genau um diese Fans tut es Moor Leid: viele Produzenten, die früher guten Trance gemacht haben, produzieren nun Progressive Trance. Das funktioniert im Club, vernachlässigt jedoch die Emotionen und Gefühle der „konservativen“ Hörer.

Es muss ein schwieriges Kunststück vollbracht werden: die Balance zwischen Tradition und ein bisschen Abenteuer zu schaffen. Zu versuchen, bestimmte Kriterien zu erfüllen, einzigartige und neuartige Klänge zu vereinen, ohne dabei die Musik von den Grundsätzen des Genres abzulösen und langweilig zu werden … all diesen Ansprüchen innerhalb eines Tracks gerecht zu werden, ist schwer genug. Dafür zu sorgen, dass ein gesamtes Album diesen Erwartungen gerecht wird, umso schwerer. Kein Wunder also, dass wir so lange auf Andy Moors Debüt haben warten müssen.

Foto: A Date with my Shadow.. on Vimeo von SamikRC, CC-BY

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