Eine andere Wirklichkeit erfahren

Trance Festivals entführen seine Besucher aus der Wirklichkeit in eine ganz entrückte Atmosphäre, die Erlebenszustände erlaubt, die im alltäglichen Leben keinen Platz finden. Der Rhythmus und die Melodien schaffen eine eigene Welt, die den Weg nach innen öffnet. Die meist mehrtägige Dauer der Trance Festivals bedarf der intensiven Vorbereitung und bietet die Chance, als ein anderer Mensch von dort aus wieder aufzubrechen. Da die meisten Veranstaltungsorte auf der nördlichen Erdhalbkugel liegen, liegt der Zeitpunkt gewöhnlich in den Sommermonaten bis in den späten Herbst hinein mit Ausnahme von Australien, wo sich das Festival der Regenbogenschlange den Januar als Ereignismonat ausgesucht hat.

Mit Nektarmusik

Dancing people in a discoIn Taucha bei Leipzig führt die Maultrommel da Regiment in der ersten Augusthälfte, Festivalkarten kosten für die Dauer von drei Tagen 35 Euro, Kinder bis zum Alter von elf Jahren haben freien Eintritt. Es ist das dritte Mal in Folge, dass hier die Nacht mit spektakulären Zusammenkünften zum Tage gemacht wird, falls die Zeiteinteilung dabei überhaupt eine Rolle spielt. Erwartet werden die Warsaw Village Band, die mit ihren Klänge zu den Wurzeln der Trancemusik führt, Hosoo & Transmongolia mit traditioneller mongolischer Musik und der Handtrommelvirtuose Mohammad Reza Mortazavi. Ferner treten auf die Gruppe Volosi mit Folkmusik, durchsetzt von klassischen Elementen, und Almerin mit Nektarmusik. Streichinstrumente mit langer Tradition vom asiatischen und europäischen Kontinent wollen die Besucher verzaubern, der Jazz spielt seine Rolle, Gitarren sind vertreten und ein Didgeridoo. Im Rahmenprogramm wird’s feurig.

Nachhaltige Begegnung

Ob das Trance Energy Festival in Utrecht, zu dem im letzten Jahr 30.000 Besucher erwartet werden, mit der eher elektronischen Variante eine Wiederholung erfährt, ist fraglich. Fest eingeplant sind das Tree of Life Festival Mitte Juni in Izmir und das Sonica Festival ein paar Tage später im Süden von Neapel. Bereits seit dem letzten September kursieren Wunschlisten, die mit den Erinnerungen der letzten Jahre verknüpft sind. Dem Ort des Treffens wird von verschiedenen Seiten ein magischer Charakter bestätigt, was nicht zuletzt davon abhängig ist, wer dort wem begegnet. Dessen ungeachtet wird der besondere Geist des Festivals doch immer mit dem Ort der Veranstaltung verknüpft sein, der aufgrund seiner besonderen Lage und seines antiken Ambientes zu beflügelnden Fantasien Anlass gibt, die über die Realität der Gegenwart weit hinausgehen können. Die Festivalteilnehmer jedenfalls halten Kontakt auch über den Rahmen des Treffens hinaus und begeistern sich gegenseitig mit außergewöhnlichen Ideen.

Die Gegenwart beschwören

Im September zieht es die illustre Gemeinde erneut nach Gracac, nicht weit entfernt von der kroatischen Stadt Split. Zahlreiche hochkarätige Gäste aus allen Teilen der Erde haben bereits ihr Kommen zugesagt, um ihre Vorstellungen von psychedelischer Musik, von entspannungsfördernden Experimenten und fortgeschrittenen Variationen zum Besten zu geben. Lost Theory setzt in die erlebbare Praxis um, was lange genug in den Köpfen gegoren hat, die Anhänger der Trancemusik sind in vielen Ländern Europas verbreitet und auch auf anderen Kontinenten, selbstverständlich sind die Nachfahren der Schlangenbeschwörer und anderer magischer Riten und Kulte dabei, die ihre Geschichte nicht leugnen, sondern ihr im Jetzt, das ewig werden kann, zu neuem Glanz verhelfen.

Foto: © GVS – Fotolia.com

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